Andrea Wulf: Alexander von Humboldt oder die Erfindung der Natur

Das Buch ist eine Reise, eine Reise hin zur verlorenen Natur und zu dem, was uns wirklich ausmacht, zu unserem Ursprung und zu unserem Ziel. Die englische Autorin Andrea Wulf folgt einem Menschen der besessen davon ist, die Natur mit der Gabe der Beobachtung, des Zeichnens und vor allem des Schreibens zu erfassen. Das kann nicht gelingen, angesichts der Größe, Leidenschaft, Komplexität, Ruhelosigkeit und des Schaffensdrang dieses Menschen. Das grandiose Scheitern an der Gestalt “Humboldt” macht die Besonderheit dieses Buches aus. Andrea Wulf kommt mit dem Schreiben nicht hinterher, sie kriegt Humboldt nicht zu fassen. Immer entzieht er sich ihr für neue Pläne, neue Ideen, neue Begegnungen, neue Aufenthaltsorte, neue Entdeckungen und neue Reisen. Nur in der Wirkung auf seine Zeit und die Zeit danach, die Andrea Wulf sehr eingehend beschreibt, erreicht sie ihn. Humboldt prägt unsere Sicht von der Natur, das alles mit allem zusammen hängt, das alles, was lebt, wächst, sich fortpflanzt oder sich bewegt, ein logischer und zugleich magischer Teil der Natur ist. Die Natur ist nur zu verstehen mit unserer Gabe der Phantasie und der Poesie. Das alles mit allem seit dem Ursprung unserer Welt zusammenhängt,ein filigranes, feinst gesponnenes Netz ergibt hat er erkannt und immer wieder auf deren große Verletzlichkeit hingewiesen.

 

 

Entdecker der Ökologie.Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur