Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes

Die Welt zu erzählen, zu fassen ist eine Unmöglichkeit. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Kleine Geschichten begegnen einem überall. Und wenn man sie genau anschaut, aufmerksam zuhört, dann werden sie groß und strahlen in das eigene, kleine Leben.

Die Welt ist ein großes Buch mit unendlich vielen Seiten. Christoph Ransmayr hat einige viele in seinem großartigen Geschichtenbuch zusammengefasst. Die Gabe der Sprache ist ein großes Glück, weil sie weit hinausweist über das tatsächliche Geschehen und sich einnistet im eigenen Erleben. Sie schärft das Sehen und Hören und verleiht, dem was so fern geschieht, ein Gefühl direkt von den Dingen angefasst zu werden. Jede Erzählung beginnt mit „Ich sah“. Dieser Satzbaustein ist ein dem Leser überreichter magischer Schlüssel für ein Land, eine Begebenheit, eine Beobachtung, eine Sehnsucht, eine Anekdote.

Das Buch ist ein Begleiter für Wochen. Jede Geschichte besitzt in ihre ganz natürlichen Relevanz so viel Gewicht, dass der Leser nur eine begrenzte Anzahl am Tag bewältigen kann.

Auch Lesen kann einen Jetlag verursachen.