Die Einsamkeit des Michael Collins

In einer silbernen Tonne flog er durch die Schwärze des Weltraums. Unter ihm der Mond, leblos und still. Michael Collins war so allein wie noch kein Mensch vor ihm. Er trat, als seine Kameraden sich auf die Oberfläches des Mondes hinabließen, in die ungeheuerliche Einsamkeit. Der Raum zwischen Erde und Mond war das Nichts. Alle Blicke, alle Medien auf der fernen Erde, waren auf die beiden gerichtet, die gerade über den Mond spazierten und die Brocken des ewigen Ruhms dort einsammelten. Er war der um den Trabanten kreisende Taxifahrer, den man vergessen würde. Die verführerische Idee die Umlaufbahn zu verlassen, sich ins All zu schießen, sich in der Leere aufzulösen, zu wissen welches Entsetzen er dort unten bei den Milliarden von Menschen auslösen würde. So wäre er unsterblich wie ein Gott. Sein Körper würde alle Zeiten überdauern. Er wäre der einzige Mensch, der würde vergessen werden.
Aber er wartete geduldig in seiner Kapsel, bis Neil und Buzz, sich zu ihm wieder hinaufschießen, ihm auf die Schuler klopfen und ihn zu allen Empfängen und Ehrungen dabei haben würden.