Dörte Hansen: Mittagsstunde

Nach fünf Wochen in Nordfriesland dieses Buch gelesen. Die behutsame Sprache der Autorin Dörte Hansen erweckt den Wind der See und öffnet die Augen für die Weite der Landschaft und ihrer BewohnerMittagsstunde. Aber eine Landschaft, die nichts zu tun hat mit meinem touristischen Wanderblick. In dem Buch sind Gesichter und Felder zerfurcht von Stürmen und den Errungenschaften der modernen Zeiten. Ein Graben geht zwischen allen hindurch. Auf der einen Seite die, die seit Jahrhunderen ihrer bäuerlichen Bestimmung folgen und auf der anderen Seite die anderen, die keine Ahnung mehr davon haben, was ihre Bestimmung denn nun sei. So hoch und wertvoll ist der Preis der Freiheit. Die Landschaft ist ein Spiegel für die Menschen dort. Dörte Hansens Sprachkunst ist ihr Spiegelbild. Jeden in diesem Buch mag ich, jedem folge ich gerne, einfach nur, weil er lebt, entweder sich fügend den Gegebenheiten oder sich auflehend, meist einsam und immer irgendwie vergeblich, lohnend allemal.