Herbert Grönemeyer in der Münchner Olympiahalle

Da ist er immer noch. Und das ist beruhigend. Dieser blasse Mensch aus dem “Boot”, der diese Platte “Bochum” vor so vielen Jahren den Leuten hinschleuderte und damit zum größten und bekanntesten deutschen Popstar wurde. Er singt Lieder, die der Soundtrack vieler Leben in der ausverkauften Olympiahalle sind und allemal eine sehr beruhigende Wirkung auf den persönlichen Alterungsprozess haben. Da ist einer, der wird mit uns alt, bleibt aber trotzdem so jung und lebendig wie vor fast 40 Jahren. Oh Yeah! Auch ich kann das. Ich muss nur mutig sein, mich hinstellen und das was ich fühle und denke mit allem was mir an Selbstbewusstsein möglich ist, unter die Leute bringen. Man darf mir auch ansehen, dass ich kein Kostverächter bin und ich trotzdem tanze, tanze, tanze. Wenn alle auf einer Welle der Musik schwimmen, indem sie die Lieder wie Hymnen mitsingen und für die ganz Fremden verständlich machen, ist das ein Glück, weil man sich auflöst in der Euphorie unter den anderen. Jeder wünscht sich dann, dass Herbie in seinem schwarzen, eng gewordenen Anzug immer weiter seine Show durchfeiert und bald wiederkommt, um uns alle endlich wieder zusammenzubringen.