Italien im Sommer 2020

Zusammengeklappte Sonnenschirme

Italien ein von den hellhäutigen Touristen verlassenes Land. Kein geröteter Körper weit und breit. Das Meer rauscht auf italienisch. Die Wellen brechen ausschließlich für die, die an ihren Stränden wohnen. Die Sonnenschirme stehen entspannt an den Stränden wie Madonnen in flatternden Gewändern. Azur leuchtet der Himmel nicht blau. Die Ruderboote liegen mit gespreizten Flügeln wie tote Wasservögel auf dem Sand. Die Bademeister und Lebensretter, gehüllt in brüchige Sonnenbräune, träumen von blonden Frauen. Mit ausgestreckten Gliedern hocken sie in einem der Millionen leerer Liegestühle. Das Klischee von Italien feiert ein Fest. Italien verwandelt sich zurück in ein fernes, mit Zitronenbäume gepunktetes Land. Unerreichbar hinter dem Irschenberg, Rosenheim, dem Inntal Innsbruck, den Outletgeschäften auf dem Brenner. Italien leuchtet und duftet über die Alpen como Capuccino. Ein Hauch davon zu spüren auf meiner Picknickdecke im Perlacher Forst. Bei Föhn, wo sowieso alles zur Illusion verkommt.

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