Kirschblüten und Dämonen- ein Film von Doris Dörrie

Der Film ist eine Fortsetzung von “Kirschblüten-Hanami”. Während der erste Film sich um die Eltern und deren Tod dreht, geht es hier um deren Kinder, besonders um den zerbrechlichen Karl. Aus dem Banker, der einst in Tokio lebte, ist eine zerbrechlicher Trinker geworden, der die Dämonen und Leitsätze seiner Eltern “Kinder sind so enttäuschend” nicht los wird. Woodka soll die Dämonen vertreiben, stattdessen kreisen sie noch wilder um ihn. Schließlich taucht Yu auf, die japanische Butoh Tänzerin, die sein Vater einst in Japan kennengelernt hatte. Sie versucht ihn zu retten, ihn von den Lasten seiner Erinnerung und seiner Schuld zu befreien. Es beginnt ein Prozess der Auflösung, der Loslösung von der Heimat, von den Katgorien Leben und Tod, vom Gefühl der Schuld und vom eigenen Geschlecht, im wahrsten Sinne des Wortes. In einem Alkoholdelirium im winterlichen Wald erfriert ihm sein Penis und muss amputiert werden. Alle Grenzen und Identitäten verschwinden. Karl fährt nach Tokio, um Yo, die plötzlich verschwunden ist, zu suchen. Er trägt, wenn er durch die Straßen geht, den Kimomo seiner Mutter. Ist er noch Frau oder Mann? Gehört er zu den Lebenden oder Toten? Ist er alt oder jung? Gesund oder krank? Er begegnet einer alten Frau, die einem Art buddhistischen Tempel. Sie empfängt ihn sehr herzlich und warm. Und dort findet er die Lösungen…und alles löst sich erneut auf. Alles bleibt möglich.